Loslassen und Neues zulassen
Es ist heute eine Tatsache, dass sich immer weniger Menschen einer Klostergemeinschaft anschliessen. Gründe dafür gibt es viele. Als eine grosse Herausforderung erachtet Irene Gassmann, Priorin des Benediktinerinnenklosters Fahr, am Mittwochabend anlässlich der Podiumsdiskussion im Barocksaal des Benediktinerklosters Engelberg «das Leben in einer Gemeinschaft, gepaart mit einem genügend grossen Freiraum.» Eine Aussage, der auch Abt Christian Meyer beipflichten konnte. «Die Weitergabe der Spiritualität ist eine grosse Herausforderung für eine Klostergemeinschaft.» Für Emanuel Trueb, Oblate des Klosters Engelberg, «werden heute in der Öffentlichkeit die drei ein Kloster ausmachenden Bereiche Spiritualität, Gemeinschaft und Materielles nicht mehr wahrgenommen.» Dass es heute in der Kirche auch andere Lebensformen gibt, legten Sabine und Benedict Schubert-Prack von der Weggemeinschaft Communität Don Camillo dar. Priorin Irene Gassmann brachte es auf den Punkt: «Wenn wir loslassen und Neues zulassen können, entstehen neue Möglichkeiten.» Doch dies sei nur dann möglich, wenn man Klöstern innerhalb der oftmals denkmalgeschützten Objekten Raum für Weiterentwicklungen zugestehe. «Denn», versicherte die Priorin vom Benediktinerinnenkloster Fahr, «wir tragen Sorge zu unserem zu Hause.» Dass die Sache mit dem sich Öffnen und der damit verbundenen Suche nach neuen Wegen nicht immer einfach ist, bestätigte Abt Christian Meyer. «Wir müssen auch innerhalb unserer Gemeinschaften Ängste gegenüber Neuem abbauen.» Konkrete Lösungen zur Zukunft von Klöstern brachte die unter der Leitung von Johanna Thali gestandene Podiumsdiskussion nicht. Zumindest aber Denkanstösse.
